Judospezifische Faktoren

Judospezifische persönlichkeitsfördernde Faktoren von Kampfsportarten sind:

• Judo ist eine Zweikampfsportart mit engem Körperkontakt. Judo ist Arbeit mit dem Körper. Deshalb fördert Judo das Verstehen-Lernen von Körpersignalen und Körpersprache. Es wird eine motorische Lesefähigkeit ausgeprägt.
• Ein großer Teil der Kommunikation findet im Judo durch den körperlichen Kontakt statt. Dies stellt ein wesentliches Regulativ zu der zumeist verbal bzw. audio-visuell stattfindenden Alltagskommunikation dar.
• Judo erleichtert das eigene und fremde Rollenverständnis. Um besser zu werden, muss man sich in den Partner einfühlen können. Im Judo ist das Übernehmen der Partnerperspektive im Übungsprozess eine Selbstverständlichkeit ( Perspektiven-Übernahme ). Damit einher geht das Verständnis für die Rolle. Uke erleichtert Tori das Ausführen der Technik; Tori ist für Uke verantwortlich. Es kommt zur Übernahme von Werten und Normen im Übungsprozess.
• Judo fördert die Wahrnehmung eigener und fremder Bedürfnisse, eigener und fremder Grenzen, die Wahrnehmung von Nähe und Distanz. Schmerz und Freude werden unmittelbar (mit-)geteilt.
• Judo steigert die Frustrationstoleranz, das Aushalten von körperlicher Nähe, das sich Wehren gegen die unliebsame Nähe, das Akzeptieren von Überlegenheit, das Sich-Überwinden, das Sich-Aufbäumen.

Gründe für eine Kampfsportart